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Registrierkassenpflicht in Österreich: Ab wann brauche ich eine Kasse?

Stand: Oktober 2026 · Rechtsgrundlage: BAO, RKSV und die Erlässe des BMF

Kurz gesagt: Eine Registrierkasse ist Pflicht ab 15.000 € Jahresumsatz (netto) je Betrieb, wenn davon mehr als 7.500 € bar eingenommen werden. Beide Grenzen müssen gemeinsam erreicht sein. Die Pflicht beginnt nicht sofort, sondern mit dem viertfolgenden Monat nach dem Voranmeldungszeitraum, in dem die Grenzen überschritten wurden. Geregelt ist das in § 131b der Bundesabgabenordnung (BAO); die technische Sicherheitseinrichtung der Kasse regelt ergänzend die Registrierkassensicherheitsverordnung (RKSV). Für Betriebsgründer ist die Regel deshalb relevant, weil sie nicht schon am ersten Tag greift, sondern erst, wenn das Geschäft eine gewisse Größe erreicht. Belege ausstellen müssen Sie aber von Anfang an.

Ab wann brauche ich eine Registrierkasse?

Registrierkassenpflichtig ist ein Betrieb ab einem Jahresumsatz von 15.000 € netto, wenn er davon mehr als 7.500 € bar einnimmt. Beide Grenzen müssen gemeinsam erreicht sein; fehlt eine davon, entsteht keine Pflicht. Ein Betrieb mit 50.000 € Jahresumsatz, der ausschließlich per Rechnung und Überweisung an Firmenkunden verkauft, bleibt also außen vor, solange die Barumsatzgrenze nicht überschritten wird. Als „Barumsatz“ zählt dabei mehr als nur Bargeld: § 131b BAO stellt Zahlungen mit Bankomat- oder Kreditkarte, Barschecks sowie selbst ausgegebene Gutscheine und Bons ausdrücklich der Barzahlung gleich. Was das für die Wahl des Terminals heißt, steht im Beitrag Kartenterminal für Taxi, Friseur & Kosmetik.

Der Schnell-Check: Brauche ich eine Registrierkasse?

Wo nehmen Sie das Geld ein?
alle Einnahmen des Betriebs ohne Umsatzsteuer
Bargeld, Bankomat- und Kreditkarte, Gutscheine

Vereinfachte Prüfung nach § 131b BAO und Barumsatzverordnung (Stand Oktober 2026). Ersetzt keine steuerliche Beratung im Einzelfall.

Ab wann gilt die Pflicht, wenn ich die Grenzen überschreite?

Nicht sofort: Die Registrierkassenpflicht beginnt mit dem viertfolgenden Monat nach Ablauf des Umsatzsteuer-Voranmeldungszeitraums, in dem die Grenzen erstmals überschritten wurden. Wer die Grenzen zum Beispiel im April überschreitet und monatlich voranmeldet, braucht die Kasse ab 1. August, bei vierteljährlicher Voranmeldung ab 1. Oktober.

Die Pflicht setzt also weder rückwirkend noch am Tag der Überschreitung selbst ein. Wie die Anmeldung abläuft, steht im Beitrag zu FinanzOnline.

Ausnahmen und Erleichterungen

Nicht jeder Barumsatz führt zur Kassenpflicht. Die wichtigste Erleichterung gilt für Umsätze im Freien, also von Haus zu Haus oder an öffentlichen Orten ohne fest umschlossenen Raum: Die Kalte-Hände-Regelung erlaubt seit 1. Jänner 2026 bis 45.000 € Jahresumsatz (netto) aus diesen Umsätzen eine vereinfachte Losungsermittlung per Kassasturz (bis Ende 2025: 30.000 €). Die Grenze zählt nur die Umsätze im Freien; was im Geschäft eingenommen wird, folgt den normalen Regeln. Dieselbe Grenze gilt für Alm-, Berg-, Schi- und Schutzhütten sowie für Kantinen gemeinnütziger Vereine. Was das für Christkindlmarkt, Punschstand und Christbaumverkauf heißt, steht im Beitrag Registrierkasse am Marktstand und Weihnachtsmarkt; was für Kleinunternehmer gilt, unter Registrierkasse für Kleinunternehmer. Wer aus einer Hütte verkauft und nur für die Marktsaison eine Kasse braucht, findet sie unter Saisonkasse für den Weihnachtsmarkt.

Ausgenommen sind außerdem Waren- und Dienstleistungsautomaten, wenn der einzelne Umsatz 20 € nicht übersteigt, Umsätze in Onlineshops, die nicht vor Ort bar bezahlt werden, sowie unter bestimmten Voraussetzungen die wirtschaftlichen Geschäftsbetriebe gemeinnütziger Vereine, etwa beim Vereinsfest.

Wichtig: Wer nur deshalb keine Kasse braucht, weil er unter den Umsatzgrenzen bleibt, muss trotzdem für jede Barzahlung einen Beleg ausstellen. Die Belegerteilungspflicht gilt unabhängig von 15.000 und 7.500 €. Nur bei den eigenen Ausnahmen der Barumsatzverordnung, etwa der Kalte-Hände-Regelung oder bei Automaten bis 20 €, entfällt auch sie.

Wenn die Grenzen wieder unterschritten werden

Werden die Umsatzgrenzen in einem Folgejahr nicht überschritten und ist aufgrund besonderer Umstände absehbar, dass dies auch künftig so bleibt, entfällt die Registrierkassenpflicht, und zwar mit Beginn des nächstfolgenden Kalenderjahres. Ein einzelnes schwächeres Jahr reicht also nicht automatisch; entscheidend ist die absehbare Entwicklung.

Wie Kasseneck das löst

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Was eine Kasse kostet, wenn sie Pflicht ist, und woran Sie versteckte Gebühren erkennen, steht im Beitrag Was kostet eine Registrierkasse in Österreich?

Dieser Beitrag erklärt die Rechtslage allgemein und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung im Einzelfall. Verbindlich sind die genannten Vorschriften in ihrer geltenden Fassung.

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