Die Kalte-Hände-Regelung
Die sogenannte „Kalte-Hände“-Regelung stammt aus der Barumsatzverordnung (BarUV 2015) und erleichtert die Aufzeichnungspflichten für Umsätze, die im Freien getätigt werden – dort, wo eine Registrierkasse am Verkaufsort oft unpraktikabel wäre. Der Name spielt auf genau diese Situation an: Wer bei Minusgraden im Freien verkauft, soll nicht zusätzlich mit Kassenbedienung und Signatur pro Beleg belastet werden.
Für wen die Regelung gilt
Begünstigt sind Umsätze im Freien – von Haus zu Haus oder an öffentlichen Orten –, nicht aber Umsätze in oder in Verbindung mit fest umschlossenen Räumen. Klassische Beispiele aus dem BMF-Erlass sind der Maronibrater, der Christbaumverkauf, Verkaufstische und offene Verkaufsbuden auf Jahr- und Christkindlmärkten oder der Ausschank unter Schirmen und Zeltdächern wie an einer Schneebar. Auch Dienstleistungen vor Ort zählen dazu, etwa Schneeräumung, Gartenpflege, Fremdenführer oder Fiaker. Die Verkaufsstelle muss laut WKO zumindest an einer Seite ab der üblichen Verkaufshöhe offen und während der Öffnungszeit nicht verschließbar sein. Nicht begünstigt sind dagegen ein Kiosk, der Fensterverkauf aus einem Verkaufsstand und alles, was mit einem eigenen fest umschlossenen Raum zusammenhängt, etwa der Verkauf vor dem eigenen Geschäftslokal.
Die Umsatzgrenze: 45.000 € seit 2026
Seit 1. Jänner 2026 gilt die Vereinfachung bis zu einem Jahresumsatz von 45.000 € (netto) aus diesen Freiluft-Umsätzen (bis Ende 2025: 30.000 €). Die Grenze gilt je Abgabepflichtigem: Wer drei Maronistände betreibt, rechnet alle drei zusammen. Umsätze im eigenen Geschäft zählen nicht mit und folgen den normalen Regeln. Innerhalb der Grenze dürfen die Einnahmen vereinfacht per Kassasturz ermittelt werden, spätestens am nächsten Arbeitstag und nachvollziehbar dokumentiert. Es entfallen Einzelaufzeichnungs-, Registrierkassen- und Belegerteilungspflicht. Dieselbe Grenze gilt getrennt für Alm-, Berg-, Schi- und Schutzhütten und für kleine Kantinen gemeinnütziger Vereine (höchstens 52 Tage im Jahr).
Wird die Grenze überschritten und liegen die Barumsätze über 7.500 €, beginnen Registrierkassen- und Belegerteilungspflicht mit dem viertfolgenden Monat nach Ablauf des Voranmeldungszeitraums, in dem die Grenzen überschritten wurden. Dann gelten die normalen Pflichten aus der Registrierkassenpflicht und der Belegerteilungspflicht. Wer knapp unter der Grenze liegt, sollte den eigenen Freiluft-Umsatz daher laufend im Blick behalten, um den Übergang zur vollen Kassenpflicht nicht zu verpassen.
Abgrenzung: mobile Gruppen
Eng verwandt, aber eine eigenständige Regelung sind die „mobilen Gruppen“ nach § 7 BarUV. Sie betrifft mobile Dienstleister – etwa Friseure mit Hausbesuch, Masseure oder Fremdenführer –, die im Betrieb bereits eine Registrierkasse führen. Vor Ort dürfen sie einen händischen Beleg ausstellen und den Umsatz nachträglich in der Registrierkasse nacherfassen, statt live vor Ort zu signieren. Anders als bei der Kalte-Hände-Regelung entfällt hier also nicht die Registrierkassenpflicht als solche, sondern nur der Zwang zur sofortigen elektronischen Signatur am Einsatzort. Taxi- und Mietwagenunternehmen sind davon ausdrücklich ausgenommen (§ 7 Abs. 2 BarUV): Im Fahrzeug wird sofort in der Kasse erfasst. Was das im Wagen heißt, steht unter Registrierkasse fürs Taxi.
Praxis-Hinweis
Die Abgrenzung zwischen „im Freien“ und „in Verbindung mit einem fest umschlossenen Raum“ ist im Einzelfall heikel – etwa bei Ständen mit Vordach oder halboffenen Verkaufswägen. Für eine verbindliche Einschätzung Ihrer konkreten Situation empfiehlt sich der Steuerberater. Beispiele vom Christkindlmarkt bis zum Christbaumverkauf stehen im Beitrag Registrierkasse am Marktstand und Weihnachtsmarkt.
Wie Kasseneck das löst
Auch wenn die Kalte-Hände-Regelung nicht (mehr) genutzt werden kann oder soll – mit der Handy-Kasse von Kasseneck sind Sie auch im Freien sofort voll RKSV-konform unterwegs, ganz ohne zusätzliche Hardware am Marktstand. Für Stände, die nur ein paar Wochen im Jahr öffnen, etwa eine Hütte am Christkindlmarkt, gibt es die Saisonkasse: ein Preis für die ganze Saison, ohne Kündigung.
Dieser Beitrag erklärt die Rechtslage allgemein und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung im Einzelfall. Verbindlich sind die genannten Vorschriften in ihrer geltenden Fassung.
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